Die europäische Umweltbehörde EEA warnt verstärkt vor den gesundheitlichen Risiken der Mobilfunktechnik. In einer Erklärung anlässlich der Washington-Konferenz „Mobiltelefone und Gesundheit“ hat die EEA-Direktorin Prof. Jacqueline McGlade aufgrund der gegenwärtigen Beweislage die Umsetzung des Vorsorgeprinzips eingefordert.
Sie verweist darauf, dass ein Warten auf Beweise bevor man handelt, um gut bekannte Risiken zu vermeiden, zu sehr hohen Gesundheitsausgaben und wirtschaftlichen Kosten führen kann, wie es bei Asbest, bleihaltigem Benzin und Rauchen der Fall gewesen ist.
Im Sinne des Vorsorgeprinzips sollten folgende Maßnahmen zu Elektromagnetischen Feldern (EMF) umgesetzt werden:
- Exposition gegenüber EMF zu reduzieren, besonders gegenüber der Hochfrequenz der Mobiltelefone, und besonders die Exposition von Kindern und Heranwachsenden, die am meisten durch Hirntumore gefährdet sind.
- Die wissenschaftliche Basis der gültigen EMF-Grenzwerte zu überprüfen, die schwer wiegenden Einschränkungen wie z.B. das Vertrauen in das angefochtene Paradigma des Wärmeeffekts haben, sowie die stark vereinfachenden Annahmen zur Vielschichtigkeit der Hochfrequenz-Exposition.
- Wirkungsvolle Aufkleber und Warnungen zu den möglichen Risiken für Verwender von Mobiltelefonen liefern.
- Mittel zu generieren, die notwendig sind, die dringend benötigte Forschung zu den gesundheitlichen Auswirkungen von Mobiltelefonen und den dazugehörigen Sendeanlagen zu finanzieren und zu organisieren (ev. durch Zuschüsse der Industrie).
Prof. McGlade verweist in ihrer Erklärung auch darauf, dass „Frühwarn“-Wissenschaftler oft unter Diskriminierung, Verlust von Forschungsgeldern und unangebrachten persönlichen Attacken auf ihre wissenschaftliche Integrität leiden, wie es in vielen Umweltbereichen der Fall ist. Dass dies Realität ist, zeigen im Besonderen die Inszenierungen um angebliche Studienfälschungen an der Wiener Universität. Sie ruft dazu auf, dass wissenschaftliche Verbände, Rechtsanwälte und Politiker über Schutzmaßnahmen nachdenken, wie die Gesellschaft einen größeren Schutz für Frühwarn-Wissenschaftler gewährleisten können. |