Babyfone im Test
Für Eltern ist es eine echte Errungenschaft: Das Babyfon erweitert den eingeschränkten Bewegungsradius und hat eine beruhigende Funktion. Babyfone gehören heutzutage zur Grundausstattung von Familien mit Kleinkindern. Die aktuelle Prüfung von Öko-Test jedoch gibt Anlass zur Vorsicht.
Mit der Unabhängigkeit ist es für Eltern so eine Sache: Solange die Kinder klein sind, bewachen sie ihren Nachwuchs auch im Schlaf. Dabei hilft das Babyfon. Zumindest muss man nicht auf jeden kleinsten Mucks lauschen und kann sich auch mal auf den Balkon setzen, ohne Sorge zu haben, das schreiende Baby nicht zu hören. Soweit so gut. Doch leider haben viele der aktuellen Babyfone einen Schwachpunkt: die Strahlung. Öko-Test hat 19 verschiedene Geräte untersucht und festgestellt, dass die meisten beträchtlichen Elektrosmog produzieren. Viele Babyfone erzeugen im Abstand von einem Meter mehr elektrische Wechselfelder als es die Norm für Computerarbeitsplätze in 30 Zentimetern Abstand empfiehlt.
Zu hohe Strahlenbelastung Gerade im Kinderzimmer oder gar in der Nähe eines Babybettchens haben solche "strahlenden" Geräte absolut nichts zu suchen. Das findet auch Öko-Test und maß der Strahlenmessung Priorität bei: "Zwar kann es nicht schaden, wenn ein Babyfon einfach zu bedienen, stromsparend und abhörsicher ist. Viel wichtiger ist uns aber, dass die Strahlenbelastung auf ein Minimum reduziert wird", (Öko-Test 11/2009). Die Gesamtnote konnte nicht besser sein als das Ergebnis der Strahlenmessung. Daher schnitten sieben der getesteten Geräte mit "ungenügend", zwei mit "mangelhaft" und drei mit "ausreichend" ab.
Das schlechte Ergebnis ist vor allem der DECT-Technologie (Digital Enhanced Cordless Telecommunications, Standard bei schnurlosen Telefonen) geschuldet, die eine größere Reichweite garantieren soll. Öko-Test hat schon in früheren Tests Geräte kritisiert, die nonstop Signale senden. Nun gibt es inzwischen Modelle, die nur senden, wenn das Baby schreit. DECT-Babyfone dagegen funktionieren als Dauersender - Öko-Test rät davon ab.
Analoge Testsieger Immerhin kristallisierte sich eine Spitzengruppe mit vier "sehr guten" Geräten heraus: Angelcare AC401 Geräusch- und Bewegungsmelder (160 Euro), Angelcare Babyphon AC420D (90 Euro), Hartig + Helling Babyüberwachungsanlage MBF 3333 (100 Euro) und Vivanco Babyfon BM 440 Eco Plus (75 Euro). Diese vier analogen Geräte überzeugten mit "sehr guten" Ergebnissen in der Strahlenmessung und schnitten auch in der Praxisprüfung, deren Schwerpunkt auf der Akustik lag, gut ab. Als Preis-Leistungssieger ging die "gute" und günstige Hartig + Helling Babyüberwachungsanlage MBF 1213 für 35 Euro hervor.
Leider kann sich der Verbraucher nicht unbedingt auf das Etikett "strahlungsarm" verlassen. Öko-Test empfiehlt analoge Geräte ohne oder mit abschaltbarer Reichweitenkontrolle, um die Strahlenbelastung so gering wie möglich zu halten. Da sich die Strahlung mit der Entfernung reduziert, sollte man das Babyfon immer mit einem Abstand von mindestens einem Meter zum Kind platzieren. Dann sollte nichts mehr die süßen Träume der Sprösslinge stören und für die Eltern ist Entspannung angesagt.
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